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  • Mitgliederbrief Winter 2026

    Vom Glück des Wartens

    Advent – Zeit des Wartens. Und um das Warten zu überbrücken, wird diese Zeit vollgestopft mit Plänen, Aktionen, Todo-Listen, Feiern und demonstrativer Ausgelassenheit, bis man erschöpft das Ziel erreicht und das Warten ein Ende hat. Advent?

    Vom GLÜCK des Wartens?

    Für Getriebene ist Warten eine Qual, für Vertriebene und Heimatlose ebenfalls. Die Angst – oder auch die Gier –, etwas zu verpassen, was man doch so gerne besitzen bzw. erleben möchte oder auf das man ein Anrecht zu haben glaubt, hetzt Menschen von einem Event zum nächsten – und lässt uns dabei das kostbare Geschenk des Wartens verpassen.

    Advent – Zeit des Wartens

    Die Natur kann warten: einfach, gelassen, aufrecht, ganz „natürlich“ – der Mensch häufig nicht:

    • Die kahlen Bäume, die kraftvoll da-stehen und ihre Zweige in den Himmel recken,
    • die abgestorbenen Stängel der Stauden, die unauffällig unzähligen Lebewesen Schutz im Winter bieten, während am

                                                              

    • Boden schon die Knospenansätze fürs nächste Jahr zu sehen sind,
    • die Polster der niedrigen Bodendecker, die sich unbemerkt vorbereiten, auch im neuen Jahr stetig in alle Richtungen weiter zu wachsen,
    • die vielfältigen Blumenzwiebeln, die tief in der Erde bereits Wurzeln treiben, um zur rechten Zeit kraftvoll aus dem Boden zu sprießen,

    sie alle zeigen, wie vielfältig, hilfreich, le-bendig und erfüllend diese Wartezeit sein kann, während still im Verborgenen die Natur bereits am Werk ist.

    Vom Geschenk des Wartens

    Wer gelassen und mit Freude warten kann, erfährt ein Gefühl von Freiheit und Freude; das der Ungeduldige nie erreichen wird. Warten

    • lässt uns aufatmen
    • schafft Weite und Raum
    • bietet Gelegenheit zum Öffnen
    • fokussiert
    • lässt aufhorchen
    • schärft unsere Wahrnehmung
    • verwurzelt und baut auf
    • entfaltet Freude
    • lässt uns kraftvoll im Verborgenen wachsen,

    um anschließend prachtvoll aufzublühen.


    Warten – Advent feiern

    Dietrich Bonhoeffer beschreibt es 1943 so: „Advent feiern heißt warten können; Warten ist eine Kunst, die unsere ungeduldige Zeit vergessen hat. Sie will die reife Frucht brechen, wenn sie kaum den Sprössling setzte; aber die gierigen Augen werden nur allzu oft betrogen, indem die scheinbar so köstliche Frucht von innen noch grün ist, und respektlose Hände werfen undankbar beiseite, was ihnen so Enttäuschung brachte. Wer nicht die herbe Seligkeit des Wartens, das heißt des Entbehrens in Hoffnung, kennt, der wird nie den ganzen Segen der Erfüllung erfahren. … Auf die größten, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt müssen wir warten, da geht’s nicht im Sturm, sondern nach den göttlichen Gesetzen des Keimens und Wachsen und Werdens.“

    Auch 80 Jahre später bleiben seine Worte aktuell.

    Warten auf Neues

    Landliäben-Mitglieder sind in der Regel mit diesem Spannungsfeld wohlvertraut. Wer sich jahrein, jahraus zwischen Saat und Ernte bewegt, weiß um die komplexen Zusammenhänge. Schaffen wir es in diesen herausfordernden Zeiten, von der Natur zu lernen, um sie – und uns – zu erhalten und eine lebenswerte Zukunft zu gestalten? Um allen ihre Zeit des Wartens ein wenig zu versüßen, finden Sie nachfolgend wieder ein abwechslungsreiches Programmangebot für die ersten Monate des neuen Jahres. Wie gewohnt endet die bäuerliche Winterruhe mit Maria Lichtmess am 2. Februar.

    Dann lädt der AK Jahreskreis zur Auftaktveranstaltung ein und stellt sein neues Jahresthema vor, das an das diesjährige anknüpft: „Strauch und Baum in Küche und Heilkunde“. Nach den dies-jährigen Veranstaltungen zu „Kräuter in Küche und Heilkunde“ will die Fortsetzung erneut alle Interessierten für die Ent-deckung vielfältigen Kräuterwissens und die Herstellung unterschiedlichster Salben und Tinkturen begeistern.

    Warten auf Bewährtes

    Auch der AK Treckerfreunde sowie der AK Naturnah starten mit ihren traditionellen Anfangsterminen wie Klönabend in der Treckerstube sowie dem Obstbaumschnitt.

    Zuvor allerdings steht alle Jahre wieder das Grünkohlessen zur Jahreshauptversammlung an, bei dem wir uns schon jetzt darauf freuen, möglichst viele vertraute Gesichter wiederzusehen und begrüßen zu dürfen. Neben dem leckeren Essen dürfen Sie eine bunte Mischung kurzweiliger, interessanter Berichte aus den Arbeitskreisen erwarten …

    * * *

    Haltet frohe, besinnliche Festtage und kommt gesund ins Neue Jahr 2026!

    Vorstand, Beirat und

    Sprecher der Arbeitskreise

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    Programm Winter 2026

    Jahreshauptversammlung mit
    Grünkohlessen

    Samstag, 10. Januar 2026, um 19:30 Uhr
    im Pfarrheim St. Elisabeth in Berge, Werler Str. 322

    Wir kommen wieder zum traditionellen Grünkohlessen zusammen. Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. Die Kostenpauschale (Essen und Trinken) beträgt für Mitglieder unverändert 15,00 € pro Person. Um verbindliche Anmeldung beim Vorstand, unter info@landliaeben.de oder bei den bekannten Ansprechpartnern wird bis zum
    4. Januar 2026 gebeten.

    Tagesordnung der Jahreshaupt-versammlung

    • Begrüßung
    • Totenehrung
    • Protokoll der letzten Mitgliederversammlung
    • Bericht des Vorsitzenden
    • Kassenbericht
    • Bericht der Kassenprüfer
    • Entlastung des Vorstandes
    • Aufnahme neuer Mitglieder
    • Wahlen
    • Berichte aus den Arbeitskreisen
    • Verschiedenes

    Strauch und Baum in Küche und Heilkunde

    Montag, 2. Februar 2026, um 19:30 Uhr im Pfarrheim St. Elisabeth in Berge, Werler Str. 322

    Mit Lichtmess erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf und die Tage werden wieder deutlich länger. Dies ist der Beginn des bäuerlichen Jahres und der Arbeit in den Landliäben Arbeitskreisen „naturnah“ und „Jahreskreis“. Das Licht lockt im Vorfrühling das erste frische Grün aus dem Boden. Junge Kräuter sind besonders zart und fein und vermögen uns nach einem langen Winter mit neuer Energie zu füllen.

    Ein Einstieg in das Jahresthema wird gegeben und das weitere Programm über das Jahr wird vorgestellt. Heute heißt es „von der Winterruhe in den Vorfrühling“. Auch richten wir einen Blick zur Biodiversität und den Artenschutz.

    Begleitet wird die Programmreihe weiterhin von den beiden Kräuterfrauen Anja Liesegang und Kerstin Wischnewski aus Hamm. Freut Euch auch auf das gemeinsame Zubereiten eines naturheilkundlichen Rezepts. So kann jeder Teilnehmer ein wohltuendes Geschenk aus der Natur mit nach Hause nehmen. Ein Kostenbeitrag i.H.v. 5,00 €/Person wird erbeten (Nicht-Landliäben-Mitglieder 15,00 € / Person).


    Klönabend in der Treckerstube

    Samstag, 7. Februar 2026, um 18:30 Uhr auf dem Hof Witte in Berge, Hellweg 92

    Klönabend mit Besprechung des Jahres-programms in gemütlicher Runde in der Treckerstube.

    Obstbaumschnitt

    Samstag, 7. März 2026, um 10 Uhr Obstwiese in Berge,
    Dorchkamp 2 / Ecke Fischerstr.

    Wir werden uns die Entwicklung verschiedener Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche) anschauen und entsprechende Erziehung-, Erhaltungs- und Korrekturschnitte durchführen. Bitte Leiter und Schnittwerkzeug mitbringen sowie wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk anziehen. Bitte umgehende Kontaktaufnahme beim AK naturnah unter info@landliaeben.de.

    Anwerfen der Trecker
    „Im Märzen der Bauer…“

    Samstag, 28. März 2026, um 14 Uhr auf dem Hof Witte in Berge, Hellweg 92

    Erstes Zusammenkommen mit den Treckern nach der Winterpause mit Vorstellung ausgewählter Maschinen und anschließendem Kaffeetrinken.

    Wunder der Blüten und Blattentfaltung

    Samstag, 18. April 2026, 14:30 Uhr auf dem Biolandhof Frölich,
    Fischerstr. 55 in Berge

    Wanderung mit Fokus auf Frühjahrspflanzen, die Blütenentwicklung und wie wir sie in Küche und Heilkunde nutzen können. Einen besonderen Blick richten wir auf die Blattentfaltung an verschiedenen Bäumen. Bitte an festes Schuhwerk denken. Gäste sind willkommen (Ankündigung, weitere Informationen im nächsten Mitgliederbrief).

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    Änderungen oder Ergänzungen zum Programm werden durch die Presse oder unter https://landliäben.de mitgeteilt. Das Sommerprogramm wird mit dem Mitgliederbrief im April 2026 veröffentlicht.

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    Gott, stärke, was in mir wachsen will,

    schütze, was mich lebendig macht,

    behüte, was ich weitertrage,

    bewahre, was ich freigebe,

    und segne mich,

    wenn ich aufbreche zu dir.

    (Heidi Rosenstock)